Der Fall Regenkleidung für Kinder ist noch nicht abgeschlossen, aber fast
Meine Oma kam mich neulich besuchen, um unseren Kleinen gemeinsam in die Kita zu bringen. Es regnete wie jeden Morgen. Das hieß, wir müssen, können, dürfen wieder die Regenkleidung anziehen. Ich war mir sicher, dass wir wieder plitschnass im Kindergarten ankommen. So konnte ich gleich noch Socken, eine Hose zum wechseln und eine Unterhose einpacken.
Meiner Oma erzählte ich davon. Und sie schaute sich die Regenkleidung an und meinte, dass es logisch sei, dass Wasser durchdringt. Ist ja genäht und nicht geschweißt.
aaaaaaaah – ja logisch – geschweißt? Hatte ich noch nie gehört. Kleidung die geschweißt ist, aber logisch. Nur eine dichte Schweißnaht ist eine wasserdicht.
So hatten wir am frühen Morgen eine Mission geschaffen!
“Vision – Mission” ist das Leitbild der strategischen Planung und war auch Leitspruch meines Dozenten. Natürlich ist das Wort “Strategische Planung” etwas zu hoch und viel komplexer gemeint, aber ich wende es hier trotzdem an.
Vision: Ich hätte gern wasserdichte Kleidung, damit mein Kind ordentlich in Pfützen toben kann und lange im Regen durchhält – und ich langfristig Kosten spare, weil ich die darunter befindliche Kleidung nicht extra Waschen muss…
Mission: Wasserdichte Regenkleidung mit Schweißnaht organisieren
Nachdem ich wusste, was ich brauche, machte ich mich auf die Jagd nach wasserdichter Regenkleidung – soooo richtig wasserdicht musste sie sein – eben geschweißt. Klingt enfach, ist es aber nicht.
Ich war bei C&A, bei H&M, bei Toys”R”Us und in Berlin im Galeria-Kaufhof. Nix zu finden. In unserer Nähe hatte dm – der Drogermarkt geöffnet. Und ich war überrascht, dass dm Kinderbekleidung anbietet!
Dort gibt es einfach alles – UND… Regenkleidung
eine Regenhose mit Schweißnaht und in günstig. Genau weiß ich nicht mehr was ich gezahlt habe – aber das waren ca. 12 Euro.
So, jetzt kann der Regen kommen – ohne Ende bitte!
Die letzten Tage waren wundervoll! Es hat sooo viel geregnet. Es waren viele Pfützen im Angebot. Kleine Pfützen, große Pfützen, flache Pfützen und tiefe Pfützen und ganz tiefe Pfützen und extra große Pfützen.
Wenn es frisch geregnet hat, waren die Pfützen noch relativ sauber! Stand die Pfütze schon einen Tag, wurde es langsam matschiger – das heißt, das Wasser vermischt sich mit Sand. Schöner Matsch entsteht.
An dieser Stelle sollte das Kind wirklich passend gekleidet sein. Es gibt Regenhosen, es gibt Regenjacken und es gibt im Handel Matschhosen. Alle Pfützen können richtig gekleidet mitgenommen werden.
So der Plan!
Mein Kind liebt es, sich vom Wasser der Pfützen umhüllen zu lassen. Mein Kleiner wird da auch richtig kreativ.
Neulich waren wir wie jeden Morgen auf dem Weg in den Kindergarten. Er hat ein kleines Motorrad, auf dem er schnell unterwegs ist. Wir kamen an eine riesen Pfütze. Bestimmt 5 Meter mal 5 Meter und bestimmt 10 bis 15 Zentimeter tief. Der Regen war letzte Nacht stark. Ich hatte noch ein Viertelstunde Zeit, die ich ihm gegeben habe, um die Pfütze auch wirklich richtig zu nutzen.
Wohlwissend mein Kind hat eine neue Regenhose, eine Regenjacke und Gummistiefel. Also absolut wasserdicht!
Stiftung Warentest by Mir
An dieser Stelle möchte ich mein Kind empfehlen. Es eignet sich perfekt für Stiftung Warentest Tests:
- Fahre mit einem Fahrzeug (wahlweise Fahrad oder Bobbycar oder Plastikmotorrad) durch die Pfütze – so schnell, damit auch wirklich alles nass wird.
- Wenn du noch nicht nass genug bist, steige von dem dir zur Verfügung stehenden Fahrzeug ab und renne durch die Pfütze. Variiere deine Gangart. Rennen ist auf unterschiedliche Art und Weise möglich. Am meisten Spaß macht das Rennen, bei dem die Füße knapp über dem Boden schlürfen – Achtung an dieser Stelle für alle Umstehenden!
- Wenn dann noch nicht alles nass ist, denn der Schritt und die Innenschenkel sind für das Wasser etwas schwerer zu erreichen, hüpfe durch die Pfützen. Am besten 11 Mal.
- Reinsetzen ist verboten – das wäre etwas übertrieben – die Eltern schimpfen dann auch meistens
Das Ergebnis des Tests für Regenbekleidungs, ging schlecht aus
So ungefähr, wie gerade beschrieben, könnte der Test ablaufen – und dann stellt man (Mutter, Vater oder nahe Verwandte und Bekannte) fest, dass die Sachen gar nicht dicht sind.
Ich war nach dieser Pfützenaktion zunächst total glücklich, weil mein Kind so glücklich war! Eine Pfütze mit Regenkleidung für Kinder ist doch was Schönes!
Wir kommen im Kindergarten an und ziehen die Regenkleidung aus. Wir stellten fest die gesamte Hose war nass. Und zwar an den Innenschenkeln und im Schritt.
Dort wo sich die Naht der Regenhose befindet – alles nass. *augenverdreh*
Naaa gut, dann trinke ich jetzt weniger Kaffee. Dabei hatte ich meinen Kaffeekonsum schon etwas verändert und nicht mehr nur unterwegs getrunken, sondern auch etwas wirtschaftlicher Kaffee für zu Haus bestellt. Größerer Verzicht würde nun bedeuten, dass ich zunehmend den Begriff "Mama to go" nicht mehr gerecht werden würde. Oder gibt es auch Gemüse to go?
Wie auch immer.
Ich habe gerade im Berliner Fenster gelesen, dass das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg die Preise der Lebensmittel publiziert hat. Die Preise haben ordentlich zugelegt: der Kaffee ist teurer und das Gemüse günstiger. Im Großen und Ganzen finde ich das eine schöne Entwicklung, wenn man das Thema aus der Sicht eines Ernährungsbewussten betrachtet. In der Vergangenheit ging die Stimmung eher in die Richtung, dass wir uns immer ungesünder ernähren, weil das “gesunde Essen” immer teurer wird. Jetzt zeigt sich jedoch, das diese Stimmung keine Daseinsberechtigung hat. Also: Esst mehr Gemüse!
Oder handelt es sich hierbei um einen schlechten Vergleich? Und ist es gar fehlerhaft ausgerechnet Kaffee und Gemüse gegenüberzustellen? Leidet das “Gemüse” immer noch an der EHEC Krise?