Der Begriff “Babyschwimmen” ist in aller Munde. Doch was verbirgt sich dahinter?
Der eher irreführende Begriff des Babyschwimmens bedeutet nicht, dass Babys dort richtig schwimmen lernen. Vielmehr können sie spielerisch das nasse Element erkunden und dabei Ängste abbauen. Beim Babyschwimmen haben Kinder schon vor der Kita die Möglichkeit Kontakt zu Gleichaltrigen zu erleben. Sie sammeln frühzeitig Erfolgserlebnisse und Erfahrungen, die sich positiv auf ihre soziale Entwicklung auswirken.
Zurück im Element, dass sie 9 Monate umhüllt hat, erleichtert der Wasserauftrieb die Bewegungen, die an Land noch schwer zu koordinieren sind. Der Wasserwiderstand kräftigt die gesamte Muskulatur und stärkt das Herz-Kreislauf-System sowie die Atemmuskulatur. Aber auch die geistige Entwicklung wird erwiesenermaßen positiv beeinflusst, da der körperliche und geistige Fortschritt gerade im 1. Lebensjahr eng miteinander verknüpft ist.
Für die Eltern bietet sich die Möglichkeit beim Babyschwimmen Gleichgesinnte zu treffen und Erfahrungen mit anderen Eltern auszutauschen.
Damit das Babyschwimmen für Eltern und Kind ein Spaß wird, sollte das Kind unbedingt gesund sein.
In Berlin gibt es verschiedene Möglichkeiten am Babyschwimmen teilzunehmen. Viele Schwimmhallen oder Therapiebecken sind im Angebot.
Meine besondere Empfehlung – ein echter Geheimtipp:
Das Babyschwimmen wird in der “Sauna am Mühlengrund” angeboten.
Sauna am Mühlengrund
Wo? Ärztehaus am Mühlengrund, Rotkamp 2, 13051 Berlin, Telefon: 030/9277301
Alter? ab 6. Lebenswoche
Kosten? 12 Euro für 2 Stunden Aufenthalt (Babyschwimmen mit Sauna für Mutter und Kind) oder 120 Euro für eine 11er Karte
Begleitung? Die Begleitung zahlt 6 Euro. Sie kann interessante Fotos von Mutter und Kind knipsen, gleichzeitig kann sie die Saunalandschaft nutzen.
Wassertemperatur? 35 Grad
Unter all den Angeboten fürs Babyschwimmen ist die “Sauna am Mühlengrund” die ‘teuerste’, aber es lohnt sich. Denn Mutter und Kind können sich nach dem Schwimmen im Caldarium aufwärmen und erholen und schmusen und kuscheln und natürlich kann das Kleine auch etwas Essen.

Ich war während meines Sportstudiums lange Jahre als Säuglingsschwimmlehrerin tätig. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es absolut notwendig ist, dass die Kurse in kleinen Gruppen (max 10 Kinder plus Eltern) und altersdifferenziert stattfinden, was leider häufig bei Angeboten über den Stadtsportbund o.ä. nicht der Fall ist. Werden aber Kinder von 3 Monaten bis 2 oder 3 Jahren in einer Gruppe zusammengefasst, ist es klar, dass das zu unruhig wird. Ansonsten habe ich in meinen Kursen (auch nach Feedback der Eltern) sehr positive Erfahrungen mit dem Säuglingsschwimmen gemacht, denn das Kind macht Bewegungserfahrungen, die es bei keiner anderen Sportart an Land und in so früher Kindheit machen kann (Wasserdruck, Auftrieb). Zudem können dadurch, gerade im ersten Lebensjahr, bereits Disbalancen ausgeglichen werden (z.B. muskuläre) und auch die kognitive Entwicklung des Kindes wird durch das Säuglingsschwimmen unterstützt. Gut ausgebildete Säuglingsschwimmlehrer (schwierig, da der Begriff noch nicht geschützt ist) aus dem gesamten Bundesgebiet finden Sie unter http://www.eltern-kind-schwimmen.de (betreut durch eine Dozentin der SpoHo Köln).
Wer interessiert ist, kann sich auch gerne an mich wenden, ich habe im Rahmen meines Examens eine multimediale Lernsoftware für Eltern und angehende Kursleiter erstellt zum Thema “Ganzheitliche Entwicklungsförderung durch Säuglingsschwimmen im 1. Lebensjahr” und diese auch auf der internationalen Fachtagung präsentiert.
Beste Wünsche für Sie und Ihr Kind!
Kommentar by Nadja — 17. April 2009 @ 12:06