“Das Leben ändert sich radikal.” Das sagte meine Freundin zu mir, als sie ihr erstes Kind bekam und aufzog. Die Aussage habe ich unterschätzt. Ich dachte mir, na klar ändert sich dein Leben: ‘Du wirst die Abende mit ihm verbringen und nicht mehr so oft weggehen, Du wirst auch den einen oder anderen Euro für ein Eis ausgeben oder ein bisschen mehr Abwechslung am Abendbrotstisch haben.’
Aber in der Tat, Dein Leben ändert sich radikal! Die hier genannten Dinge sind Kleinigkeiten.
Die radikale Veränderung ist viel komplexer, die erst deutlich wird, wenn man ein Kind selbst aufzieht und sich der Verantwortung wohl bewusst ist.
Bei mir hat sich die komplette Gefühlswelt verändert.
Gestern habe ich einen Film gesehen (Blood Diamants), in dem ein Vater seinen Sohn im Krieg an eine Terrorismusbande verliert. Er muss hart kämpfen, um ihn wiederzubekommen und letztendlich hatte ihn dieser Gedanken ihn am Leben erhalten, seine Familie wiederzubekommen. Diesen Film hatte ich in der Vergangenheit geguckt, als ich hatte noch kein Kind hatte. Zu der Zeit wog dieser Teil des Films nicht so schwer wie jetzt. Gestern hat mich die dargestellte Situation sehr mitgenommen. Und ich habe lange darüber nachgedacht.
Ich halte mir stets vor Augen, dass ich für diesen einen kleinen Erdenbewohner vollkommen verantwortlich bin. Die Familie, die Bildung – Kindergarten, Schule, Ausbildung, das soziale Umfeld, Ernährung – alles beeinflusst das Leben von Geburt an.

Wie wahr. Es heisst ja auch, man gibt sein bisheriges Leben am Eingang zur Geburtsklinik ab, das klingt etwas drastisch, aber es ist wohl was wahres dran. Und man muss von Anfang an gleich so viele wichtige Entscheidungen treffen – das fängt bei der Geburt an, (Impfungen ja, nein, welche), Fluorid, Vitamin-D, Ernährung, Stillen, welche Kinderkrippe/Kindergarten usw. – an der Verantwortung hat man manchmal ganz schön schwer zu tragen.
Kommentar by Julia — 14. April 2009 @ 21:43