In Berlin hat es geschneit. Meterhoch! Genau genommen sind dieses Wochenend in Berlin 20 cm Schnee gefallen. Das lädt aus jeglicher Sicht zum Rodeln ein.
Nachdem ich mich gestern todesmutig eisige vereiste Pisten mit einem Holzschlitten, Bob oder Backblech hinuntergewagt habe, war der heutige Rodelausflug human und ruhig, d. h. keine Prellungen, blauen Flecke oder Schürfwunden.
Heute war die erste Schlittenfahrt unseres Kindes mit einem schönen alten Holzschlitten.
Schön warm eingemurmelt, ganz nach Zwiebeltechnik eingekleidet, setzten wir unser Kind erstmalig auf den Schlitten. Jubel- und Freudenausbrüche blieben erstmal aus. Alles war neu und höchste Konzentration war angesagt.
Und damit unser Kleines nicht umkippt, “musste” ich mit auf den kleinen Holzschlitten, um es festzuhalten, um das Kind vorm Herunterfallen zu bewahren. Denn selbst wenn es schon wunderbar und stabil normalerweise sitzen kann, sieht die Situation mit einem dicken Kinder-Schneeanzug und Schneestiefel etwas anders aus. Jedenfall habe ich mich um JAHRE zurückgesetzt gefühlt. Das ich das nochmal erleben darf
Ich saß auf einem Schlitten und wurde tatsächlich gezogen. Ein Traum!
Schließlich waren wir auch richtig rodeln. Wir haben einen kleinen Hügel bestiegen und sind die fünf Meter hinunter gerodelt. Das zauberte das erste Lächeln auf das Gesicht unseres Kindes. Da wird klar, er brauch Geschwindigkeit. Mein Kind könnte nach mir kommen.
die erste Schlittenfahrt
Es war ein wunderschöner Tag!!!
Aber… wir brauchen noch einen Holzschlitten. Einen, der etwas größer und länger ist, damit ein Erwachsener noch gemütlich raufpasst. Gegebenenfalls auch die Oma oder der Opa. Was für ein Spaß!
Es ist sehr faszinierend wie willensstark die Kleinen schon sind und wie gut sie die Aufgabe verstehen.
Aufgabe:
Hier ist ein Marshmallow. Du darfst ihn essen.
Hast du Geduld und wartest, bekommst du zwei Marshmallow.
Eine Entscheidung muss fallen!
Bei den meisten Versuchspersönchen ist klar, sie haben sich für die Variante entschieden, zwei Gummis essen zu wollen. Aber die Durchsetzung dieser Entscheidung scheint schwierig:
Der Film zum Versuch: Triff eine Entscheidung!
Kindererziehung wird in Deutschland zu wenig geschätzt.
Die Aussage wird bekräftigt durch geringe Gehälter für Erzieher in Kindertagesstätten. Zudem bekommen sie kaum Anerkennung und Respekt von der Gesellschaft, obwohl Kindererziehung so wichtig und herausfordernd ist.
Mit der Kindererziehung werden die Erwachsenen von morgen geschaffen. Unter diesem Aspekt scheinen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sich nicht ausreichend der Verantwortung gegenüber der Kinder bewusst zu sein.
Während in Japan die Kindererziehung einen sehr hohen Stellenwert hat. So wird der Beruf der Kindererzieherin in Japan ähnlich der Professoren und Professorinnen angesehen.
“Auch wenn die Wickelei jetzt manchmal eher einem Ringkampf ähnelt, bei dem Sie zwei Hilfskräfte gebrauchen könnten: Für das Töpfchen ist es immer noch zu früh! (…) Und das Wickeln? Vielleicht ist das Ganze weniger dramatisch, wenn Sie Ihr Kind im Stehen wickeln? “Hol doch mal die Windel, bring’ doch mal die Cremedose her” – diese Aufforderungen versteht es schon , und so kann es sich am Geschehen beteiligen.”
…besser hätte ich es nicht ausdrücken können!
Das ist ein Auszug aus dem Elternbrief. Den Elternbrief erhalten wir jeden Monat und lesen ihn uns immer gegenseitig vor. Meistens müssen wir lachen, weil die Worte genau unsere Lebenssituation beschreiben. Wenn das Wickeln einem “Ringkampf ähnelt”. Genau so ist es!!!
Ich wickel unserem “Baby” die Windel tatsächlich im Stehen um wie folgt:
ich klappe die Windel aus
klebe von hinten die Klebebänder an den Bauch
fädel die Vorderseite der Windel durch die Beine nach vorn
schließlich schließe ich die Windel mit den Klebebändern vorn zu
Je lebendiger und älter das Kind wird desto raffinierter muss man sich auf den Lebensumstand einstellen. Klingt spannend? Ist es auch!
Die meisten Kinder kommen mit blauen oder schiefergrauen Augen auf die Welt. Nach etwa sechs Monaten beginnt die zukünftige Augenfarbe sich herauszukristallisieren.
Der Prozess der Augenfarbenentwicklung kann auch erst mit dem ersten Lebensjahr abgeschlossen sein.
Unser Kleines ist nun 11 Monate alt und hat eine schiefergraue Augenfarbe mit braunen Sprenkel. Ich bin gespannt, ob die Augenfarbe so bleibt.
Kinder haben in den ersten Lebensjahren einen sehr hohen Bewegungsdrang. Wenn sich die Kleinen motorisch nicht ausleben können, werden sie missmutig und “schwierig” für die Eltern.
Immer häufiger kommt es vor, dass kleine Kinder wegen Hyperaktivität zum Kinderarzt gebracht werden und diese auch schnell von Kinderärzten diagnostiziert werden. Die meisten Kinder sind jedoch nicht hyperaktiv, sie wollen lediglich ihren großen normalen Bewegungsdrang ausleben und können es meist nicht.
Der Bewegungsdrang darf nicht als Hyperaktivität fehlgedeutet werden.
Die Kinder dürfen sich in den hochmodern eingerichteten Wohnungen meist nicht ausleben. Jedesmal heißt es, fass dies nicht an und fass jenes nicht an.
Quelle: Largo, Remo H. (2002): Babyjahre. Die frühkindliche Entwicklung aus biologischer Sicht. Aktualisierte Neuausgabe; Hamburg; S. 135
Ich sag nur:
Einfach die Wii, X Box, Playstation tagsüber wegstellen.
Die DVD Sammlung kann ruhig ausgeräumt und wieder eingeräumt werden, das schadet den DVDs nicht.
Pflanzen können eine Etage höher gestellt werden und der schöne Glastisch bekommt, solange das Kind am Tage unterwegs ist, eine Decke übergeworfen.
So ist das Leben für Eltern und Kind halb so schwer. Und die Nerven liegen nicht auf beiden Seiten blank.
Das Stillen hat nach Anfangsschwierigkeiten geklappt.
Die Essensumstellung von Milch zu Brei ist gut gelungen.
Die Essensumstellung von Brei zu Brotstückchen und Apfelstücken ist vollzogen.
Seit gestern ist die Phase eingeleitet: “Ich möchte allein mit dem Löffel meinen Brei essen. Alles andere ist langweilig.”
Die frisch gekaufte Kinderbekleidung ist schnell für die Waschmaschine bereit. Auch muss der Boden gewischt werden. Die Tapete bleibt auch nicht verschont.
Irgendwann kommt auch die Phase, in der Kinder nicht mal mehr das Brot spannend finden. Aber hier ist ein schöner Tipp zur Gestaltung und Unterhaltung der Kids beim Essen: Brotzeit.