In meinem Leben war der Spruch “So wie man in den Wald hinenruft, so schallt es heraus.” so präsent wie heute.
Der Fall ereignete sich heute morgen. Wie immer ist fünf Minuten vorm Losgehen großer Stress angesagt. Das Kind muss sich Schuhe, Jacke und Mütze anziehen und die Mutter ebenso, dabei Schminken, Haare waschen und den Frühstückstisch abräumen natürlich. Meine Schuhe stehen unter einem großen rustikalen Wandspiegel, der ein Meter fünfzig über dem Boden im Flur hängt. Da es sich um einen Klappspiegel handelt, damit ich mich auch von der Seite sehen kann, stehen die klappbaren Teile ab. Ich nehme meine Schuhe auf und knall mit voller Wucht gegen den Spiegel. Ich halte den Kopf, sage “Au”, gehe zur kleinen Schuhbank im Flur und setze mich. Die Tränen rollen.
Mein Kind hat mich zum ersten Mal weinen sehen. Meine Tränen sind einfach vor Schmerzen gerollt. Mein kleines Baby, mein Kleinkind, mein Schatz guckt mich an, nimmt meinen Kopf zwischen seine kleinen Hände und pustet meine Beule am Kopf. Und sagt: “Mama weint.”, während er mir anschließend in die Augen sieht und mich beobachtet.
Man sieht richtig wie es in seinem kleinen Köpfchen rattert und versucht die Emotionen zu verarbeiten. Meine Emotionen in seinem Kopf.
Ab dem Zeitpunkt habe ich nur noch vor Rührung geweint, die Schmerzen waren schnell verschwunden. Lediglich meine Beule erinnert mich den ganzen Tag an den schön rührenden Moment.
Das Sprichwort ‘Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus’ bedeutet: So wie man andere Menschen behandelt wird man auch selbst behandelt.
Jedes Mal, und es ist nicht selten, wenn das Kleine hinfällt oder runterfällt, pusten wir (Mama, Papa, Oma, Opa) an der Stelle, wo sich der Kleine weh getan hat und sprechen warme Worte.
Seit der Weltmeisterschaft in Afrika, die wir täglich als turbulente Fernsehmolte verfolgten, sagt mein Kind, immer wenn es laut irgendwo in der Stadt Berlin knallt:
Tooooor!
Ich beschwere mich mal ganz offiziell Das erste Wort meines Kindes ist nicht Mama.
Da steht doch tatsächlich eine Höfflichkeitsfloskel vor dem traditionell erstem Wort Mama: Bitte!
Aber wenn mein Kind ‘Bitte’ sagt, kann ich gar nichts abschlagen. Ich gebe ihm dafür alles. Es ist 1,5 Jahre und sagt ‘Bitte’ *schmelz*
Dumm ist nur, wenn es ‘Bitte’ sagt und es nicht offensichtlich ist, was es denn haben möchte. Ich denke das Wort ‘Bitte’ sollte nicht unbedingt eines der ersten Worte sein.
Natürlich mache ich mir große Sorgen um seine Sprachentwicklung. ‘Mama’ ist in den ersten Worten seines Lebens nicht dabei.
Die ersten Worte sind:
Nein
Ja! Ja!
Anziehen
Ausziehen
Bagger
Bitte
Tee
Eins, Zwei
Wau Wau
Papa (das Wort steht für vieles, auch tatsächlich für Papa)
Opa
Auweia
Ein Freund hat mir einen kleinen Tipp gegeben. Das Kartenlegespiel “Memory” ist hervorragend, um den Sprachschatz der Kleinen spielerisch zu erweitern. Die Idee finde ich fantastisch. Natürlich muss es sich um relativ einfache und eindeutige Bilder handeln. Wer Memory nicht kennt, kann sich hier informieren.
Allerdings wird auch auf diesen Karten keine ‘Mama’ dabei sein. Wird es das Wort dann jemals lernen?
In Berlin hat es geschneit. Meterhoch! Genau genommen sind dieses Wochenend in Berlin 20 cm Schnee gefallen. Das lädt aus jeglicher Sicht zum Rodeln ein.
Nachdem ich mich gestern todesmutig eisige vereiste Pisten mit einem Holzschlitten, Bob oder Backblech hinuntergewagt habe, war der heutige Rodelausflug human und ruhig, d. h. keine Prellungen, blauen Flecke oder Schürfwunden.
Heute war die erste Schlittenfahrt unseres Kindes mit einem schönen alten Holzschlitten.
Schön warm eingemurmelt, ganz nach Zwiebeltechnik eingekleidet, setzten wir unser Kind erstmalig auf den Schlitten. Jubel- und Freudenausbrüche blieben erstmal aus. Alles war neu und höchste Konzentration war angesagt.
Und damit unser Kleines nicht umkippt, “musste” ich mit auf den kleinen Holzschlitten, um es festzuhalten, um das Kind vorm Herunterfallen zu bewahren. Denn selbst wenn es schon wunderbar und stabil normalerweise sitzen kann, sieht die Situation mit einem dicken Kinder-Schneeanzug und Schneestiefel etwas anders aus. Jedenfall habe ich mich um JAHRE zurückgesetzt gefühlt. Das ich das nochmal erleben darf
Ich saß auf einem Schlitten und wurde tatsächlich gezogen. Ein Traum!
Schließlich waren wir auch richtig rodeln. Wir haben einen kleinen Hügel bestiegen und sind die fünf Meter hinunter gerodelt. Das zauberte das erste Lächeln auf das Gesicht unseres Kindes. Da wird klar, er brauch Geschwindigkeit. Mein Kind könnte nach mir kommen.
die erste Schlittenfahrt
Es war ein wunderschöner Tag!!!
Aber… wir brauchen noch einen Holzschlitten. Einen, der etwas größer und länger ist, damit ein Erwachsener noch gemütlich raufpasst. Gegebenenfalls auch die Oma oder der Opa. Was für ein Spaß!
Es ist sehr faszinierend wie willensstark die Kleinen schon sind und wie gut sie die Aufgabe verstehen.
Aufgabe:
Hier ist ein Marshmallow. Du darfst ihn essen.
Hast du Geduld und wartest, bekommst du zwei Marshmallow.
Eine Entscheidung muss fallen!
Bei den meisten Versuchspersönchen ist klar, sie haben sich für die Variante entschieden, zwei Gummis essen zu wollen. Aber die Durchsetzung dieser Entscheidung scheint schwierig:
Der Film zum Versuch: Triff eine Entscheidung!
Kindererziehung wird in Deutschland zu wenig geschätzt.
Die Aussage wird bekräftigt durch geringe Gehälter für Erzieher in Kindertagesstätten. Zudem bekommen sie kaum Anerkennung und Respekt von der Gesellschaft, obwohl Kindererziehung so wichtig und herausfordernd ist.
Mit der Kindererziehung werden die Erwachsenen von morgen geschaffen. Unter diesem Aspekt scheinen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sich nicht ausreichend der Verantwortung gegenüber der Kinder bewusst zu sein.
Während in Japan die Kindererziehung einen sehr hohen Stellenwert hat. So wird der Beruf der Kindererzieherin in Japan ähnlich der Professoren und Professorinnen angesehen.