10. Februar 2011
Klofähigkeit ist ein tolles Wort
Gibt es das überhaupt? Ist es ein Neologismus? Ich habe das doch bestimmt erfunden?!
*augennachlinksundrechtsbeweg*
Wenn das Kind fähig ist, selbstständig auf Toilette zu gehen bzw. selbstständig und allein anzukündigen, dass es auf Toilette müsse, wohnen dem einige Vor- und Nachteile inne. Eben Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken…
Die SWOT-Analyse für die Unternehmung Klofähigkeit – nein, ich will mal keine “Wissenschaft” daraus machen. Ich bleibe bei den Vor- und Nachteilen.
Vorteile der Klofähigkeit
- Das lästige Windel wechseln fällt weg – spart Windeln
- Das lästige Säubern fällt weg – spart Feucht- und Trockentücher
- Das lästige Auswechseln der Windeleimertüten fällt weg – spart Windeleimertüten und das Runterbringen ellenlanger Windeleimerwürstchenketten und erspart den lästigen penetranten Geruch, der von einem vollen, dicht abgeschlossen Eimer mit verschieden gefüllten Windeln eben ausgeht.
Fazit: Die Vorteile der Klofähikeit liegen klar auf der Hand. Es spart Zeit und Geld.
Nachteile der Klofähigkeit
- Das Kind sagt “pullern”, guckt einen mit großen auffordernden Augen an, natürlich am Frühstückstisch sitzend und los geht der Toilettengangmarathon:
Nehme Kind, stell es vor der Toilette ab, kleine Bank vor die Toilette stellen, Toilettendeckel hoch, Toilettenaufsatz drauf, Strumpfhose runter, Schlüpfer runter, Kind auf die Toilette setzen, horche, ob es pullert, “fertig”, “pullert”, Kind möchte allein runterklettern mit nahezu gefesselten Beinen, kleine Bank wird vom Kind aufgeräumt, “spült alleine”, Toilettenaufsatz ab, Toilettendeckel zu, frühstücken.
Kind war nicht geduldig genug alles abzupullern, “pullern”, nehme Kind, stell es vor der Toilette ab, kleine Bank vor die Toilette stellen, Toilettendeckel hoch, Toilettenaufsatz drauf, setze Kind auf die Toilette, nehme Kind wieder runter, weil Hose und Schlüpfer vergessen, Hose runter, Schlüpfer runter, auf die Toilette setzen, horche, ob es pullert, “fertig”, “pullert”, “spült”
Kind räumt die kleine Bank noch nicht weg, stellt sich noch mal drauf, setzt sich nochmal hin und sagt “kackert”. Gut. Hier heißt es, ich kann mich mal zwei Sekunden auf den Wannenrand setzen und muss ganz leise sein, damit der kleine sich konzentrieren kann. Erledigt. “kackert!”, “fein” – so seine Worte. Po abwischen. Kind muss dabei die Hände auf den Boden setzen und den Po in die Höhe strecken.
Jetzt kommt der lustige Teil. Mama versucht den Po abzuwischen mit einem Feuchttuch, das Feuchttuch klemmt in der Verpackung. Das Kind immer noch dreickförmig drapiert beginnt langsam an zu schwanken. Mit dem Feuchttuch versuche ich den Po abzuwischen. Der Po wild am Schwanken, rechts, links. Weil ich die Angelegenheit zeitlich überstrapaziert habe, steht das Kind auf und will nochmal das stolze Ergebnis in der Toilette betrachten. “Iiiiih”, “Kackwurst gleich weg” sind die Abschiedsworte und der Spülknopf wird betätigt. Hände waschen. Abtrocknen. Frühstücken.
Fazit: Die Nachteile der Klofähigkeit liegen klar auf der Hand.
3. Februar 2011
Die Erzieherin meines Kindes im Kindergarten sagte: “Der Fall ist abgeschlossen!”
Wie der Fall ist abgeschlossen? Einfach so? Ist es jetzt gut oder schlecht? Kümmert sich jetzt niemand mehr um mein Kind?
Tathergang:
Ende des Jahres 2010 sprach ich mit den Verantwortlichen im Kindergarten über das windellose Dasein meines Kindes.
Ich war mir sicher, dass es bereits vormittags trocken war und bat darum mein Verhalten morgens dem Kind gegenüber was den Toilettengang betrifft auch im Kindergarten am Vormittag umzusetzen. Das stellte keine Problem dar, so die eine Kindererzieherin. Eine andere meinte schnippig: Na, ob das klappt?
Für den Vormittag konnte ich meine Hand ins Feuer legen. Für den Nachmittag konnte ich nichts garantieren, da ich mein Kind nachmittags selten betreue, deshalb empfahl ich am Nachtmittag eine Windel umzuwickeln.
Schon nach zwei bis drei Tagen kam die Skeptikerin begeistert zu mir und meinte, dass mein Kind selbst nachmittags keine Windel brauche.
Ja, und nun, schon nach eineinhalb Monaten ist der Fall abgeschlossen. Mein Kind ist klofähig. Alle sind sehr stolz. Selbst die Erzieher im Kindergarten.
Das war ja mal eine entspannte Fahrt ins Erwachsenenleben 
kein Stress, keine vollgekackerten Hosen, keine Dramen, keine Rückschläge – Alles super entspannt!
1. September 2010
In meinem Leben war der Spruch “So wie man in den Wald hinenruft, so schallt es heraus.” so präsent wie heute.
Der Fall ereignete sich heute morgen. Wie immer ist fünf Minuten vorm Losgehen großer Stress angesagt. Das Kind muss sich Schuhe, Jacke und Mütze anziehen und die Mutter ebenso, dabei Schminken, Haare waschen und den Frühstückstisch abräumen natürlich. Meine Schuhe stehen unter einem großen rustikalen Wandspiegel, der ein Meter fünfzig über dem Boden im Flur hängt. Da es sich um einen Klappspiegel handelt, damit ich mich auch von der Seite sehen kann, stehen die klappbaren Teile ab. Ich nehme meine Schuhe auf und knall mit voller Wucht gegen den Spiegel. Ich halte den Kopf, sage “Au”, gehe zur kleinen Schuhbank im Flur und setze mich. Die Tränen rollen.
Mein Kind hat mich zum ersten Mal weinen sehen. Meine Tränen sind einfach vor Schmerzen gerollt. Mein kleines Baby, mein Kleinkind, mein Schatz guckt mich an, nimmt meinen Kopf zwischen seine kleinen Hände und pustet meine Beule am Kopf. Und sagt: “Mama weint.”, während er mir anschließend in die Augen sieht und mich beobachtet.
Man sieht richtig wie es in seinem kleinen Köpfchen rattert und versucht die Emotionen zu verarbeiten. Meine Emotionen in seinem Kopf.
Ab dem Zeitpunkt habe ich nur noch vor Rührung geweint, die Schmerzen waren schnell verschwunden. Lediglich meine Beule erinnert mich den ganzen Tag an den schön rührenden Moment.
Das Sprichwort ‘Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus’ bedeutet: So wie man andere Menschen behandelt wird man auch selbst behandelt.
Jedes Mal, und es ist nicht selten, wenn das Kleine hinfällt oder runterfällt, pusten wir (Mama, Papa, Oma, Opa) an der Stelle, wo sich der Kleine weh getan hat und sprechen warme Worte.
29. Juli 2010
Seit der Weltmeisterschaft in Afrika, die wir täglich als turbulente Fernsehmolte verfolgten, sagt mein Kind, immer wenn es laut irgendwo in der Stadt Berlin knallt:
Tooooor!
4. Juni 2010
Ich beschwere mich mal ganz offiziell
Das erste Wort meines Kindes ist nicht Mama.
Da steht doch tatsächlich eine Höfflichkeitsfloskel vor dem traditionell erstem Wort Mama: Bitte!
Aber wenn mein Kind ‘Bitte’ sagt, kann ich gar nichts abschlagen. Ich gebe ihm dafür alles. Es ist 1,5 Jahre und sagt ‘Bitte’ *schmelz*
Dumm ist nur, wenn es ‘Bitte’ sagt und es nicht offensichtlich ist, was es denn haben möchte. Ich denke das Wort ‘Bitte’ sollte nicht unbedingt eines der ersten Worte sein.
Natürlich mache ich mir große Sorgen um seine Sprachentwicklung. ‘Mama’ ist in den ersten Worten seines Lebens nicht dabei.
Die ersten Worte sind:
- Nein
- Ja! Ja!
- Anziehen
- Ausziehen
- Bagger
- Bitte
- Tee
- Eins, Zwei
- Wau Wau
- Papa (das Wort steht für vieles, auch tatsächlich für Papa)
- Opa
- Auweia
Ein Freund hat mir einen kleinen Tipp gegeben. Das Kartenlegespiel “Memory” ist hervorragend, um den Sprachschatz der Kleinen spielerisch zu erweitern. Die Idee finde ich fantastisch. Natürlich muss es sich um relativ einfache und eindeutige Bilder handeln. Wer Memory nicht kennt, kann sich hier informieren.
Allerdings wird auch auf diesen Karten keine ‘Mama’ dabei sein. Wird es das Wort dann jemals lernen?
Oder… Ich gehe da mal was basteln.
20. März 2010
Eine Woche in unserem Kindergarten sieht ungefähr so aus:
Fördern der Feinmotorik
- Heranführen an Knete (rollen, zerpflücken, drücken)
Sport- und Bewegungserziehung
- Spielen mit Bällen
- Kleine Hindernisse überwinden
- Durch große und kleine Reifen krabbeln
Musikalische Früherziehung
- Kennenlernen und weiteres Heranführen an verschiedene Instrumente
- Klangvergleiche
Kreatives Gestalten
- Kinder tupfen mit Schwämmen Eiszapfen aus
- ausprobieren unterschiedlichster Zeichentechniken
15. März 2010
Zehn kleine Wassermänner
(zur Melodie von “Zehn kleine Negerlein”)
Zehn kleine Wassermänner schwimmen durch den See.
Der kleinste taucht bis auf den Grund und kitzelt dich am Zeh.
Zehn kleine Wassermänner schwimmen ganz allein.
Da kommt die schöne Wasserfee und kitzelt dich am Bein.
Zehn kleinen Wassermännern ist es viel zu warm.
Sie springen aus dem Wasser raus und kitzeln dich am Arm.
(weiterlesen…)
8. Februar 2010
Im 1. bis 2. Lebensjahr werden die Kinder in unserem Kindergarten an die KREA-Einheiten herangeführt.
Musikalische Früherziehung
- Mitmachlieder
- Singsang-Geschichten
- Instrumentenbegleitendes Musizieren
Kreatives Gestalten
- Malen
- Kneten
- Basteln
- Kleben
Sport- und Bewegungserziehung
- Klatsch-, Stampf-, Tanz- und Bewegungslieder
Sprache und Theater
- Fingerspiele
- Bücher ansehen
- Vorlesen/Geschichten erzählen
KREA-Einheiten sind die kreativen Aktionen in Einheiten beschrieben, die in unserem Kindergarten durchgeführt werden.
25. Januar 2010
Ein Gedicht zum trainieren von Sprach- und Körperkoordination:
Schneemann, Schneemann,
kalter Mann,
hast ´ne rote Nase dran.
Schwarze Augen, schwarzer Mund,
bist so dick und kugelrund.
Kommt der liebe Sonnenschein,
wirst Du bald geschmolzen sein.
11. Januar 2010
In Berlin hat es geschneit. Meterhoch! Genau genommen sind dieses Wochenend in Berlin 20 cm Schnee gefallen. Das lädt aus jeglicher Sicht zum Rodeln ein.
Nachdem ich mich gestern todesmutig eisige vereiste Pisten mit einem Holzschlitten, Bob oder Backblech hinuntergewagt habe, war der heutige Rodelausflug human und ruhig, d. h. keine Prellungen, blauen Flecke oder Schürfwunden.
Heute war die erste Schlittenfahrt unseres Kindes mit einem schönen alten Holzschlitten.
Schön warm eingemurmelt, ganz nach Zwiebeltechnik eingekleidet, setzten wir unser Kind erstmalig auf den Schlitten. Jubel- und Freudenausbrüche blieben erstmal aus. Alles war neu und höchste Konzentration war angesagt.
Und damit unser Kleines nicht umkippt, “musste” ich mit auf den kleinen Holzschlitten, um es festzuhalten, um das Kind vorm Herunterfallen zu bewahren. Denn selbst wenn es schon wunderbar und stabil normalerweise sitzen kann, sieht die Situation mit einem dicken Kinder-Schneeanzug und Schneestiefel etwas anders aus. Jedenfall habe ich mich um JAHRE zurückgesetzt gefühlt. Das ich das nochmal erleben darf 
Ich saß auf einem Schlitten und wurde tatsächlich gezogen. Ein Traum!
Schließlich waren wir auch richtig rodeln. Wir haben einen kleinen Hügel bestiegen und sind die fünf Meter hinunter gerodelt. Das zauberte das erste Lächeln auf das Gesicht unseres Kindes. Da wird klar, er brauch Geschwindigkeit. Mein Kind könnte nach mir kommen.

die erste Schlittenfahrt
Es war ein wunderschöner Tag!!!
Aber… wir brauchen noch einen Holzschlitten. Einen, der etwas größer und länger ist, damit ein Erwachsener noch gemütlich raufpasst. Gegebenenfalls auch die Oma oder der Opa. Was für ein Spaß!