Mama to go


5. Februar 2010

Die Geburt – Wann geht es los?

Category: Entbindung bzw. Geburt – mama to go – 06:58

Die Geburt – Wann geht es los?

Von Anja Heller, Ärztin

In den letzten Wochen bzw. Tagen der Schwangerschaft wird Sie kaum eine Frage mehr bewegen als diese: Wann geht es endlich los? Sie machen sich Gedanken, ob Sie erkennen, wenn die Geburt beginnt und ob sie rechtzeitig in die Klinik aufbrechen oder die Hebamme rufen. Beim ersten Kind sind die Ängste natürlich noch viel größer, da eine völlig unbekannte Situation auf Sie zukommt. Aber auch wenn Sie schon eins oder mehrere Kinder haben, ist der Geburtsbeginn immer wieder neu und auch meistens wieder anders.

Im Voraus kann niemand diese Frage beantworten, aber es gibt ein paar deutliche Zeichen, dass die Geburt bevorsteht. Das wichtigste Gebot ist jedoch (das gilt übrigens für die ganze Schwangerschaft): Verlassen Sie sich auf Ihren Instinkt. Wenn Sie unruhig werden oder das Gefühl haben, dass Sie Hilfe brauchen, rufen Sie die Hebamme oder begeben Sie sich in die Geburtsklinik. Ganz egal ob Sie Wehen haben oder nicht, ob Fruchtwasser abgegangen ist oder nicht, ob tagsüber oder nachts! Es spielt keine Rolle, ob Ihnen vielleicht gesagt wurde, dass das Kind noch nicht so schnell kommt. Den Geburtsbeginn kann niemand vorhersagen! Hören Sie nicht auf andere, sondern nur auf sich selbst. Schwangere Frauen können eine Situation meist sehr gut einschätzen, wenn sie sich auf ihre innere Stimme verlassen.

Vorboten, die auch schon einige Wochen vor der Geburt auftreten können:

  • Senkung des Leibes: Durch das Tiefertreten des vorangehenden Teils, meistens des Kopfes, senkt sich der Bauch etwas ab. Dadurch fällt Ihnen das Atmen wahrscheinlich wieder etwas leichter, allerdings kann sich der Druck auf die Blase verstärken, so dass Sie häufiger Wasser lassen müssen.
  • Psychische Labilität: Die unterschiedlichsten Gefühle kommen jetzt auf Sie zu. Vermutlich schwanken Sie zwischen Extremen. Auf der einen Seite empfinden Sie vielleicht große Zufriedenheit, geben sich Ihren Launen hin und genießen die letzten Tage ohne Kind. Manchmal fühlen Sie sich sogar in Hochstimmung. Bald ist der Augenblick da, auf den Sie so lange gewartet haben. An anderen Tagen dagegen fühlen Sie sich unruhig und ängstlich. Sie wissen nicht, was auf Sie zukommt und wie Sie all das Neue bewältigen sollen. Auch Ungeduld ist ganz normal, vor allem wenn es auf den Geburtstermin zugeht bzw. dieser schon erreicht ist ohne dass sich ãetwas tutÒ. Lassen Sie sich nicht durch die Bemerkungen anderer Leute entmutigen. Der Geburtstermin ist nur ein geschätztes Datum, an dem lediglich 4 % aller Kinder zur Welt kommen. Ihr Baby weiß ganz genau, wann die Zeit reif ist, und diese Zeit sollten Sie ihm auch geben. Versuchen Sie, die letzten Tage soweit wie möglich zu genießen. Vielleicht wollen Sie mit ihrem Partner noch einmal in Ruhe essen gehen…?
  • Nestbau-Instinkt: Viele Frauen haben in den letzten Wochen bzw. Tagen vor der Geburt das Gefühl, alles noch perfekt für die Ankunft des Babys herrichten zu müssen. Manche starten einen Großputz, andere fangen an, für die Familie vorzukochen. Versuchen Sie sich zu bremsen, wenn Sie beginnen, aufwendige Menüs zu kochen! Die Fenster müssen auch nicht blitzblank sein. Schonen Sie Ihre Kräfte für die Geburt und die Zeit danach.

Zeichen des Geburtsbeginns

  • Wehen: Im Gegensatz zu Vorwehen, die gegen Ende der Schwangerschaft recht häufig auftreten können, nehmen echte Wehen an Häufigkeit und Intensität zu. Sie werden meistens stärker, wenn Sie aufstehen und umhergehen. Außerdem kommen sie in regelmäßigen Abständen. Gerade beim ersten Kind sind echte Wehen von falschen bzw. von Vorwehen oft schwer zu unterschieden. Vielleicht spüren Sie am Anfang nur ein regelmäßiges Hartwerden des Bauches oder ein Ziehen im Kreuzbeinbereich. Irgendwann geht das Ziehen über in einen Schmerz, den Sie mit einer im Geburtsvorbereitungskurs erlernten Atemtechnik beantworten können. Wenn Sie Ihr erstes Kind erwarten, können Sie ungefähr bei Wehen im Abstand von fünf Minuten in die Klinik aufbrechen. Sollten Sie allerdings das Bedürfnis nach Hilfe bei Wehen im Abstand von zehn Minuten haben, dann machen Sie sich ebenfalls auf in die Klinik. Bei manchen Frauen sind auch diese Wehen schon sehr kräftig und effektiv, bei anderen öffnet sich der Muttermund erst bei Wehen in dreiminütigem Abstand. Fahren Sie lieber einmal zu viel oder zu früh in die Klinik als zu spät. Fehlalarme sind häufig, manchmal können Sie auch noch mal nach Hause gehen, wenn der Untersuchungsbefund noch zu unreif ist. Bei Mehrgebärenden kann die Eröffnungsperiode (Zeit, in der sich der Muttermund durch Geburtswehen öffnet) deutlich kürzer sein, so dass Sie besser früher in die Klinik fahren.
  • Blasensprung: Ein Blasensprung ist ein sehr häufiges Zeichen für den Geburtsbeginn. Wenn Fruchtwasser schon einige Wochen vor dem Geburtstermin abgeht, fahren Sie bitte zu jeder Tages- und Nachtzeit in die Klinik, egal ob Sie Wehen haben oder nicht. Sobald die Fruchtblase eröffnet ist, ist der Weg zum Baby offen für Keime und es besteht die Gefahr einer aufsteigenden Infektion. Achten Sie deshalb bitte auf Hygiene und verzichten Sie auf jeden Fall auf Geschlechtsverkehr. Auch am Geburtstermin kann die Fruchtblase kann bereits vor Einsetzen der Wehen platzen (vorzeitiger Blasensprung). Das Fruchtwasser fließt entweder als Rinnsal oder schwallartig ab. Ab dem Zeitpunkt des Blasensprungs befinden Sie sich unter der Geburt, auch wenn Sie noch keine Wehen haben. Bestehen bereits Wehen und platzt dann die Fruchtblase, so kann es sein, dass die Wehen in kürzester Zeit sehr viel intensiver werden. Deshalb sollten Sie in diesem Fall umgehend die Klinik aufsuchen oder die Hebamme verständigen.
  • Schleimabgang, Schleimpfropf: Häufig beobachten Frauen vor Geburtsbeginn wie eine Handvoll Schleim aus der Scheide abgeht. Das kann aussehen wie ein Pfropfen, muss aber nicht. Bis zur Geburt kann es auch manchmal noch einige Tage dauern. Der Schleimpfropf kann hellbraun, rosa oder blutig gefärbt sein. Auch dunkelroter blutiger Schleim ist normal. Der Schleimpfropf hat bislang den Muttermund verschlossen und geht durch die Kontraktionen und das langsame Öffnen des Muttermundes ab. Man nennt das auch Zeichnen.
  • Leichte hellrote Blutung: Wenn Sie schon kräftige Wehen haben und hellrotes Blut abgeht, dann sollten Sie die Hebamme rufen oder ins Krankenhaus fahren. Meistens zeigt sich diese geringe Blutung bei einer Muttermundsweite von ca. 5 Zentimetern. Achtung: Bei starker hellroter Blutung (periodenstark oder stärker) bitte sofort die Klinik aufsuchen! Es spielt dabei keine Rolle, ob Sie am Termin sind oder nicht und ob Sie Wehen haben oder nicht. Es besteht die Gefahr einer vorzeitigen Plazentalösung.
  • Übelkeit, Brechreiz, Durchfall: Bei einigen Frauen ist Brechreiz oder Erbrechen ein Signal für den Geburtsbeginn. Häufig tritt auch Durchfall auf. Das ist ein gesundes und gutes Zeichen. Der Körper versucht, durch die Darmentleerung dem Kind Platz zu machen. Außerdem regt die Darmperistaltik die Wehentätigkeit der Gebärmutter an. Möglicherweise verspüren Sie auch plötzlich eine große Müdigkeit.

18. September 2008

Sicherheitsfaktoren im Geburtshaus

Category: Entbindung bzw. Geburt,Krankenhaus vs. Geburtshaus – mama to go – 07:58
  • Eins-zu-Eins-Betreuung durch die Hebammen
  • Hinzuziehung einer zweiten Hebamme
  • bei notwendiger Verlegung findet ein angemessener gemeinsamer Entscheidungsprozess mit den Eltern statt
  • Interventionsarme Geburt auch bei Verlegung, d. h. in Geburtshäusern greifen die Hebammen relativ wenig in die Geburtsarbeit der Frau ein. Das belegen die QUAG-Zahlen.

17. September 2008

Unterschiede von Geburtshaus zur Klinik

Category: Entbindung bzw. Geburt,Krankenhaus vs. Geburtshaus – mama to go – 17:52
  • Ausstattung (z. B.Medikamente, CTG-Einsatz)
  • ausschließlich Hebammenbetreuung, ggf. Schülerin
  • keine Möglichkeit von Sectio, VE, Forceps
  • keine medikamentöse Wehenförderung vor und unter der Geburt – die Wehentätigkeit wird über Homöopathie beeinflusst
  • keine Gabe von Opiaten, d. h. keine PDA, Narkose oder Bluttransfusionen – das Neugeborene hat dadurch weniger Anpassungsstörungen. Eine Anpassungsstörung kann das Unterlassen von Schreien sein, weil das Kind zu müde bzw. zu benebelt von der medikamentösen Gabe ist.

18. August 2008

Der Floweffekt

Category: Entbindung bzw. Geburt – mama to go – 01:01

Ob man bei der Geburt den Floweffekt zu spüren bekommt? Den richtigen Flow erleben wie beim Sport? Ich werde sehen und werde berichten.

Meine Versicherung schreibt in den Unterlagen, die ich jeden Monat bekomme, dass man sich die Wehen wie Wellen vorstellen muss. Sie sind gewaltig. Und sie spülen gute Dinge an Land.

Die Vorstellung finde ich sehr schön.