Ich bin soooo wütend! Musste jetzt erstmal vorzeitig aufstehen, um es los zu werden.
Wenn eine Ärztin keine Ahnung von der Materie hat, warum kann sie dann nicht einfach sagen: Junge Frau, ich habe keine Ahnung. Bitte gehen Sie zu einer Stillberaterin. Die hat das entsprechende Wissen: hat eine fundierte Ausbildung, langjährige Erfahrung und ist Spezialistin auf ihrem Gebiet. Ich, Fachärztin der Gynäkologie habe das Thema Stillen während meines Studiums nur gestreift. – wäre das möglich? Das wäre doch fantastisch. Statt dessen werden junge frischgebackene Mütter irgendwie “beraten” und ein kleines kurzes Leben nimmt einen Wendepunkt. Viel zusätzlicher Stress kommt in eine junge Familie, der absolut nicht nötig wäre, wenn die “Fachärztin” zugeben könnte, dass sie vom Stillen keine Ahnung hat und in der Stillberatung nicht firm ist.
Ist so was nicht strafbar?
Gut jetzt: Nun zum Sachverhalt.
Meine Freundin hat vor wenigen Tagen ein kleines Mädchen zur Welt gebracht. Dieses kleine Mädchen hat sofort wunderbar an der Brust getrunken. Es gab überhaupt keine Probleme. Alle, vor allem Mutter und Kind waren sehr entspannt. Auf einmal entzündete sich eine Brust sehr stark, meine Freundin bekam Fieber. Sie hat alles mögliche probiert wie Wärmewickel, Quark und Ausstreichen. Nichts half. So ist sie schließlich zu ihrer Frauenärztin gegangen bzw. zu der Vertretung, weil ihre Frauenärztin im Urlaub war. Diese Frauenärztin hat gesagt, dass alles nichts helfe, sie müsse ihr Antibiotikum verschreiben.
Meine Freundin nimmt Antibiotikum. Sie stillt trotzdem noch tapfer weiter. *Hut ab*
Doch plötzlich funktioniert nichts mehr. Die Kleine trinkt ganz schlecht. Es dauert stundenlang eh der Stillprozess beendet ist und die Kleine ist selbst nach dem Stillen sehr unruhig, was sehr ungewöhnlich ist.
Meine Freundin telefoniert mit einer Freundin, die glücklicherweise auch Hebamme ist. Die Hebamme fragt, was sie denn so für Medikamente nehme. Meine Freundin hat alle aufgezählt. In dem Moment stellt die Hebamme fest, dass meine Freundin keine Antibiotikum bekommen hat, sondern ein Abstillmittel.
Ein Abstillmittel sorgt dafür, dass keine Milch mehr produziert wird. Das heißt, das Baby hatte extreme Schwierigkeiten überhaupt Milch zu bekommen, deshalb war es so unruhig. Die frischgebackene Mutter hatte horrende Schmerzen. Und so entstand in der kleinen Familie großer Stress.
Und das wegen der Unfähigkeit einer Ärztin!
Ich versteh das nicht.
Ist das pure Absicht? Ist es passiert aus finanziellen Gründen? War es Ausversehen? Ist es nur menschlich, dass eine Fachärztin ein falsches Medikament verschreibt? Bekommen Ärzte eher Bonus, wenn sie ein Medikament verschreiben als das sie beraten oder gar Spezialisten des Gebiets wie Stillberaterinnen empfehlen? Steckt denn überall nur Profit hinter, auch bei so sensiblen Themen wie Babys? Ich habe nichts dagegen, dass Menschen Geld verdienen, die ihren Job gut machen, aber das hier…
Es gibt so viel Unfähigkeit in Deutschlands Ärztezimmern. Das ist echt unglaublich. Ich kann einige Geschichten erzählen, dich nicht nur im geburtsmedizinischen Bereich liegen. Aber das würde den Rahmen sprengen. Dieser Blog ist hauptsächlich für werdende und frischgebackene Eltern gedacht. Und soll Mut machen sich mehr durchzusetzen, eine Frage mehr zu stellen und hinter die Kulissen zu schauen, d. h. nicht nur Ärzte und Kliniken zu Rate zu ziehen, sondern auch scheinbar kleinere unscheinbarere Berater wie Stillberaterinnen.
